Selbsthilfe nach Kehlkopfentfernung: Wie eine Gruppe in Oberfranken Mut macht

Eine Krebsdiagnose im Kopf-Hals-Bereich verändert das Leben grundlegend – viele Betroffene atmen danach durch den Hals und müssen das Sprechen neu lernen. Dass dieser Einschnitt nicht das Ende von Lebensfreude bedeutet, zeigt die Gruppe Oberfranken/Oberpfalz-Nord der Vereinigung der Kehlkopfoperierten und Kopf-Hals-Tumor-Erkrankten (VKL Bayern).

Gegründet wurde die Gruppe vor rund zwei Jahren von Manfred Schott aus Münchberg. Beim ersten Treffen waren es vier Menschen – heute kommen rund 30 Betroffene und Angehörige zusammen, manche reisen aus Bamberg oder Bad Staffelstein an. Einmal im Monat trifft sich die Gruppe im Café Dora in Münchberg, um Erfahrungen auszutauschen, voneinander zu lernen und gemeinsam Zeit zu verbringen. „Viele Freundschaften sind hier entstanden”, berichtet Schott. Neben den regelmäßigen Treffen organisiert er Ausflüge, Weihnachtsfeiern und Seminare – etwa zum Thema Stimme, denn die neue Sprechweise ist Übungssache.

Schott weiß aus eigener Erfahrung, worum es geht: 2022 wurde ihm der Kehlkopf entfernt, heute spricht er über eine Stimmprothese. Als ehrenamtlicher Patientenbegleiter unterstützt er Menschen, die noch vor einer solchen Operation stehen, und erklärt ihnen, wie das Leben danach weitergehen kann. „Ich möchte Mut machen”, sagt er.

Genau das ist auch das Ziel der Gruppe. Gerade in der Zeit nach der Diagnose fühlen sich viele allein, Depressionen sind keine Seltenheit. Der Austausch mit Menschen, die dasselbe erlebt haben, gibt Halt – und zeigt, dass ein aktives, erfülltes Leben möglich bleibt.

Sie selbst oder ein Angehöriger sind betroffen? Sie sind nicht allein. Die Gruppe trifft sich jeden Monat im Café Dora, in Münchberg. Neue Gesichter – Betroffene wie Angehörige – sind jederzeit herzlich willkommen.

Kontakt: Manfred Schott, m.schott@vkl-bayern.de

Hinweis: In Deutschland erkranken laut Deutscher Krebshilfe jährlich rund 14.600 Menschen an Krebs in Rachen, Mund oder Kehlkopf.

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